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Wie erkenne ich als Elternteil, dass mein Volksschulkind besondere Unterstützung in Mathematik braucht?

Aktualisiert: 6. Juli

Kennst du das?


  • Dein Kind vermeidet Rechenübungen und möchte sich nicht mit Zahlen beschäftigen. Hausaufgaben, speziell im Fach Mathematik, werden nur mit großem Widerwillen gemacht.

  • Dein Kind ist unentschlossen, welcher Rechenweg gegangen werden soll, und wendet manchmal wahllos Rechenstrategien an, die gar nicht zur konkreten Aufgabenstellung passen.

  • Dein Kind lässt sich von dir nicht helfen mit dem Argument: „In der Schule haben wir das anders gelernt.“ Dein Lösungsvorschlag stimmt aber überein mit dem, was in der Schule unterrichtet wird.

  • Dein Kind vermeidet nicht nur das Rechnen, sondern entwickelt auch Angst vor dem Schulfach Mathematik.

  • Dein Kind leidet oft unter Bauchschmerzen.

  • Ihr übt und übt, dabei entsteht immer mehr Frust, aber das Üben bringt wenig Erfolg.

  • Ihr habt es schon erfolglos mit Förderstunden und Nachhilfe versucht.


Da fragst du dich wahrscheinlich, ob dein Kind seine Lernrückstände schon noch aufholen wird, wenn es nur fleißig weiter übt, oder ob es vielleicht professionelle Unterstützung braucht!


All die aufgezählten Punkte sind Hinweise darauf, dass dein Kind im Fach Mathematik gezielte Unterstützung benötigt. Wenn ihr euch nur auf den aktuellen Schulstoff oder den nächsten Test konzentriert, ohne die grundlegenden Probleme deines Kindes zu adressieren, führt das zu unnötigem Leidensdruck und ist nicht zielführend. Das Kind zieht sich dann immer mehr zurück, verweigert das Üben oder reagiert mit aggressivem Verhalten.


Signale für Rechenschwierigkeiten


  • Anhaltendes Fingerrechnen


Ein charakteristischer Hinweis auf besondere Schwierigkeiten beim Rechnen in der ersten Klasse ist, wenn das Kind dem zählenden Rechnen treu bleibt. Am Ende der ersten Klasse braucht es noch die Finger oder andere Materialien zum Rechnen.

Jede Aufgabe löst das Kind durch Abzählen.


Bei der Aufgabe  5 + 3 zählt es bis fünf und dann weiter bis acht. Deinem Kind fehlt dann das Mengenverständnis. Es kann sich die fünf nicht vorstellen als Gesamtheit von fünf Elementen.

Diese Rechenstrategie  wird dann zum ersten Mal zum Problem, wenn  über den Zehner gerechnet wird.  Spätestens in der zweiten Klasse, wenn der Zahlenraum, in dem gerechnet wird größer wird, bekommt das Kind immer größere Probleme im Fach Mathematik. Das zählende Rechnen ist sehr fehleranfällig und die Lösung der Rechenaufgaben kann  nicht mehr schnell genug ermittelt werden. Zählendes Rechnen ist auch in höheren Klassen oft noch verbreitet. Hier darf genau hingesehen werden um den Kindern weiterhelfen zu können.


Wenn du denkst, dass dieser Punkt für dein Kind zutreffen könnte, dann melde dich an für mein kostenfreies online Magazin LOL Ausgabe 2/2024. Hier findest du einen Artikel genau zu diesem Thema, der dir weiterhelfen kann. Außerdem kannst du dir im Magazin Übungsmaterial genau zu diesem Thema gratis downloaden.



 

  • Fehlendes Verständnis für Logik


Kinder mit besonderen Herausforderungen im Fach Mathematik wenden oft Rechenstrategien mechanisch an ohne eine Idee zu haben, warum sie diese Strategien nutzen sollen.



  • Unverständnis bei Textaufgaben



Was sind Textaufgaben? 

Textaufgaben fordern Kinder auf, mathematische Probleme aus realen oder fiktiven Szenarien zu lösen. Sie kombinieren Lesefähigkeiten mit mathematischem Denken und verlangen, dass das Kind die Fragestellung versteht, die relevanten Informationen herausfiltert und die passende Rechenstrategie anwendet.


Probleme bei Textaufgaben:

  • Verständnisprobleme: Dein Kind versteht die Fragestellung der Aufgabe nicht oder kann die wichtigen Informationen nicht herausfiltern.

  • Fehlende Verknüpfung: Dein Kind kann die Textaufgabe nicht in mathematische Schritte übersetzen. Es fehlen grundlegende mathematische Konzepte, um die Aufgabe zu lösen.

  • Mechanisches Anwenden: Dein Kind wendet Rechenstrategien mechanisch an, ohne zu verstehen, warum diese Schritte notwendig sind. Es fehlt das Verständnis für die Logik hinter den Rechenschritten.


Was kannst du nun tun, wie kannst du dein Kind unterstützen?


  1. Suche dir Unterstützung:  Eine genaue Analyse eines Dyskalkulie Trainers kann klären, ob ein Verdacht auf eine Rechenschwäche (Dyskalkulie) vorliegt oder ob dein Kind einfach nur den Anschluss verpasst hat oder andere Übungsmethoden benötigt. Bei Verdacht auf Dyskalkulie kann ein spezialisierter Psychologe eine Diagnose erstellen. Das kann eventuell hilfreich sein um dem Kind weiteren Leistungsdruck zu ersparen. Denn eine Diagnose muss auch in der Schule anerkannt werden und bringt deinem Kind Erleichterungen. Viele Eltern leiden aber auch darunter, wenn ihr Kind den "Stempel Dyskalkulie" erhält.

  2. Individuelle Förderung:  Egal ob das Kind eine Diagnose hat oder auch nicht, eine gezielte, auf die individuellen Bedürfnisse deines Kindes abgestimmte Förderung ist entscheidend. Dies kann durch spezielle Lerntherapien oder Programme geschehen, die auf die Grundlagen der Mathematik eingehen.

  3. Neue Wege beim Rechnen finden: "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. " Albert Einstein (Stangl, 2024). Mit einer guten pädagogischen Förderung findet ihr Wege deinem Kind die Mathematik wieder schmackhaft zu machen.

  4. Glaub an dein Kind Im letzten Punkt habe ich Albert Einstein zitiert. Dieses mathematische Genie hatte Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche). Jedes Kind besitzt einzigartige Talente. Ein gutes Förderprogramm wird die Stärken deines Kindes betonen und nicht nur an seinen Schwächen arbeiten.

Fazit


Mathematik ist ein Fach, das viele Kinder vor Herausforderungen stellt. Während sich manche Schwierigkeiten im Laufe der Zeit von selbst lösen, benötigen andere Kinder gezielte Unterstützung, um ihre mathematischen Fähigkeiten zu entwickeln. Indem du die Anzeichen erkennst und frühzeitig handelst, kannst du deinem Kind helfen, die Freude am Lernen zurückzugewinnen und den Grundstein für langfristigen Erfolg zu legen.

 

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